Pionierleistung im Dienste der Umwelt

 

 

1968 war es eine eigentliche Pionierleistung, als sich 33 Bündner Gemeinden zu einem Gemeindeverband zusammenschlossen, um die zunehmende Abfallentsorgung gemeinsam und umweltgerecht zu lösen. Eine Philosophie, die damals noch wahrhaft visionäre Züge hatte. 1975 konnte dann die KVA Trimmis in Betrieb genommen werden, die bis heute immer wieder den modernsten Umweltstandards angepasst wurde. Der GEVAG kann deshalb mit Fug und Recht ein bedeutendes Jubiläum feiern: ein Gemeindeverbands-Modell, das für viele andere Schweizer Regionen vorbildhaft wurde.

 

Um die zunehmenden Abfallentsorgungsaufgaben gemeinsam und optimal zu lösen, entschlossen sich 1968 zunächst 33 Gemeinden aus den Regionen Bündner Rheintal, Lenzerheide, Schanfigg, Prättigau und Davos, sich zum Gemeindeverband für Abfallentsorgung in Graubünden, kurz GEVAG genannt, zusammenzuschliessen. Nebst Transport, Wiederverwertung und Vermeidungsanstrengungen wurde der damals weitsichtige Entschluss gefasst, fortan den Kehricht aus der weiteren Umgebung zwar kostspieliger, dafür aber vorbildlich umweltschonend zu verbrennen, obwohl es danach noch ein Vierteljahrhundert lang zulässig war, Abfälle ganz einfach irgendwo zu deponieren.

 

 

Pionierleistung der Bündner Gemeinden

 

Es darf deshalb zweifelsohne mit Hochachtung vom Einsatz dieser damaligen Pioniere und der beteiligten Trägergemeinden gesprochen werden, indes diese 1975 die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Trimmis zu erstellen wagten. Mittlerweile waren es 43 Mitgliedgemeinden und die Standortgemeinde, die zu diesem Pionierwerk das ihre beitrug.

1988 kamen noch die 69 Kommunen des Abfallbewirtschaftungsverbandes Mittelbünden (AVM) als Ganzes hinzu, die im Zeichen verbesserter Wirtschaftlichkeit ihre überholungsbedürftige eigene Anlage bei Unterrealta aufgaben. 2006 hat sich die PEB (Pro Engadina Bassa) dem GEVAG angeschlossen. Seit 2007 entsorgt mit der CRER (Corporazione dei Comuni del Moesano per la raccolta e l `eliminazione dei rifiuti) ein weiterer Bündner Abfallverband die Abfälle in der KVA Trimmis.

 

 

Energie aus Abfall

 

Ab 1990 wurde ein weiteres interessantes Projekt verwirklicht, indem man die anfallende Verbrennungsenergie in Form von Dampf an die Papierfabrik Landquart abgab, was dort wiederum zu eindrücklichen Öleinsparungen führte. Auch sonst wurde die Anlage ständig der neuesten Technik und natürlich auch den jeweiligen sehr strengen gesetzlichen Umweltvorschriften angepasst. Inzwischen war die jährlich anfallende Kehrichtmenge auf über 50`000 Tonnen gewachsen, was nach einer vernünftigen Erweiterung der Verbrennungskapazität rief.

 

1996 wurde der geplante Bau einer zweiten Ofenlinie vom Stimmvolk verworfen. Das hatte zur Folge, dass rund 40 Millionen Franken an Bundes- und Kantonssubventionen verloren gingen, die Gebühren nicht massiv gesenkt werden konnten und zudem jährlich rund 10`000 Tonnen Verbandskehricht teuer und wenig umweltfreundlich in die KVA Buchs exportiert werden mussten. Auch waren die übrigen Bündner Abfallverbände gezwungen, Lösungen ausserhalb des Kantons zu suchen, da auf 1. Januar 2000 das allgemeine Deponieverbot in der Schweiz in Kraft trat.

 

 

92 und 89 Millionen Franken Investitionen

 

Die Erfahrung zeigt, dass eine alleinige Ofenlinie, derart stark in Anspruch genommen wird, dass sie nach 15 bis 20 Jahren abgelöst werden muss. So fassten auch die Delegierten des GEVAG im Jahr 2002 den Entschluss, für rund 92 Millionen Franken eine technisch auf dem neusten Stand stehende Ersatzofenlinie zu bauen. Nach umfassenden Abklärungen und Umweltprüfungen konnte grünes Licht gegeben werden, wobei die Verarbeitungsmenge moderat erhöht wurde, damit wenigstens die eigenen Exporte ins Unterland unterbleiben konnten.

 

Man fand auch mit den verantwortlichen Instanzen eine vertretbare Regelung, um die alte Ofenlinie unter strengen Vorgaben im Fall von Revisionsarbeiten und für mengenmässig und zeitlich begrenzte Ausnahmefälle reaktivieren zu können. Das inzwischen abgeschlossene Werk konnte dank ausgezeichneter Planung und Zusammenarbeit aller Beteiligten in relativ kurzer Zeit reibungslos vollendet werden. Nach wie vor geht es aber dem GEVAG und seinen angeschlossenen Verbänden darum, effizient den Abfall aus seinem Einzugsgebiet umweltschonend und wirtschaftlich zu entsorgen.

 

Doch schon stehen wieder Modernisierungsinvestitionen in der Höhe von 89 Mio. Franken an: Ab 2008 muss der Rauchgaswäscher aus dem Jahre 1988 ersetzt werden. Zugleich wird die ganze Logistik ausgebaut, damit alles effizienter vollzogen werden kann. Und schliesslich gilt es 2010, die Ofenlinie 1 zu ersetzen. All dies sind Massnahmen, die mit modernster Technologie im Dienste der Ökologie, Wirtschaftlichkeit und eines sauberen Graubündens stehen.

 

 

Die Meilensteine des GEVAG

 

1968 Gründung des GEVAG (Gemeindeverband für Abfallentsorgung in Graubünden) mit 33 Gemeinden und ca. 73`000 Einwohnern aus den Regionen, Churer Rheintal, Lenzerheide, Schanfigg, Prättigau und Davos.

1973 Baubeginn KVA Trimmis

1975 Inbetriebnahme KVA Trimmis

1984 Grundsatzentscheid der GEVAG-Delegierten für die Beibehaltung der Verbrennungsanlage

1988 Inbetriebnahme der weitergehenden Rauchgasreinigung (Rauchgasnasswäscher)

1990 Inbetriebnahme der heutigen Ofenlinie 1 mit Fernwärmenutzung und Stromproduktion

1996 Volksabstimmung über den Bau der zweite Ofenlinie (Ablehnung)

1998 Inbetriebnahme Denox-Katalysator-Anlage

2000 Inkrafttreten des Deponieverbotes für Siedlungsabfälle

2002 Baubeginn der neuen Ofenlinie

2005 Inbetriebnahme der neuen Ofenlinie

2005 Jubiläum 30 Jahre KVA Trimmis und Feier Fertigstellung der neuen Ofenlinie (Tag der offenen Tür)

2007 Delegiertenentscheid zur Mengenanpassung auf 125'000 t p.a. / 95'000 t p.a.

2007 Delegiertenentscheid zur Erneuerung der alten Ofenlinie sowie zu Ausbau/Anpassung der Logistik

2008 Jubiläum 40 Jahre GEVAG (Tag der offenen Tür)

2008 Volksabstimmung über den Kredit zum Bau einer zweiten Ofenlinie (Zustimmung)

2009 Rauchgaswäscher Jahrgang 1988 wird ersetzt und Beginn Ausbau der Logistik

2010 Baubeginn Fernwärmezentrale parallel dazu erstellt die Fernwärme Chur AG das Netz

2010 Inbetriebnahme neue Rauchgasreinigung 1 sowie der neuen Logistikanlage

2011 Inbetriebnahme der Fernwärmeversorgung Chur

2011 Abschluss Bauarbeiten Fernwärmezentrale, Rauchgasreinigung Linie 1 und Logistik/Annahme (Tag der offenen Tür)